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Der Vorstand der Jungen Union Plettenberg:

Vorsitzender                                  Markus Schüttler

stellvertretende Vorsitzende:           Nathalie Aderhold

Geschäftsführer und Schatzmeister:  René Henn

Schriftführerin:                              Elena Hillert

Beisitzer:                                      Aneta Grzejda und Torben Hamme

Wir wünschen dem neuen Team um Markus Schüttler viel Erfolg bei ihrer Arbeit

 

50 Jahre Junge Union Plettenberg 

 

Die Junge Union kann auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. (2011)

 

Seit Anfang 1961 führte die CDU Plettenberg regelmäßige Informationsveranstaltungen durch, um junge Menschen für die Politik zu interessieren. Initiatoren waren der Ortsvorsitzende Günter Dienstühler, Bürgermeister Wilhelm Wicker und Ratsmitglied Gerd Funke.

 

Im Jahr 1961 war  Konrad Adenauer  Bundeskanzler und Heinrich Lübke Bundespräsident.

 

Die Bundesrepublik war unter der Regierungsverantwortung  von CDU/CSU Jahre zuvor in Anbetracht der permanenten Gefahr aus dem Osten  durch die Sowjetunion dem Nordatlantischen Bündnis, der NATO, beigetreten, hatte eigene Streitkräfte aufgestellt.  Die Soziale Marktwirtschaft wurde eingeführt, sie trug wesentlich zum Wiederaufbau bei.

 

Auf Einladung des Geschäftsführers der CDU Ortsunion, Alfons Przewolka, fand am 11.Oktober 1961 im Hotel Schützenhof (heute Volksbank/Wieden Apotheke) die Gründungsversammlung statt.

 

Unter der Leitung des Kreisvorsitzenden –damals nannte man den Vorsitzenden noch „Sprecher“ – der Jungen Union Altena-Ost, Peter Wilhelm Niggemann, wählten die  Gründungsmitglieder (u.a. Dieter Buttgereit, Klaus Buttgereit, Bernhard Dorr, Albert Günther Groll, Konrad Hester, Klaus Ising, Hans-Dieter Klaas, Hermann Schneider, Gerhard Schwarz und Horst Völker).

 

Dem Vorstand            gehörten an:

 

Vorsitzender  -  Dieter Buttgereit

Stellvertreter  -  Horst Völker

Schriftführer  -   Klaus Ising

Kassierer      -   Albert Günther Groll

Beisitzer        -   Konrad Hester

 

Alle Gründungsmitglieder einte der gemeinsame Wille, auf der Grundlage christlicher Werteordnung, Politik mitzugestalten.

 

In Plettenberg, wie auch in vielen anderen Städten, waren  das bestehende Wohnungsproblem, der steigende Bedarf an Schulen und die Verkehrsprobleme die zu lösenden Aufgaben.

 

Plettenberg hatte Anfang der 60er Jahre nur die damals übliche 8-klassigen Volksschulen, das Gymnasium an der Königstraße und die Pestalozzischule am Umlauf.

 

Bürgermeister Wicker, einer der regelmäßigen Referenten der Jungen Union, wies im April 1961 (Süderländer und Westfalenpost 18.4.61; Anmerkung: Die Westfalenpost erschien in Plettenberg bis 1967), daraufhin, dass eine Realschule notwendig sei, da täglich 80 Plettenberger Kinder nach Werdohl fahren müssten. Auch der Neubau eines Gymnasium sei dringend erforderlich; der Standort Königstraße sei zu klein.

 

Das neue Gymnasium und die Realschule wurden im Schulzentrum Böddinghausen gebaut und 1967/1968 eingeweiht.

 

Besonders prekär war die Situation der Pestalozzischule. Sie war untergebracht im Jugendheim am Umlauf (heute Sparkasse) und in Pavillonklassen auf dem Schulhof der Martin-Luther-Schule am Maiplatz. Hier hat sich die Junge Union unter ihrem Vorsitzenden Rainer Hoffmann stark engagiert, in Veranstaltungen und auch durch das Verteilen von Flugblättern. Der kürzlich verstorbene ehemalige Leiter der Schule, Walter Dörnen, hat diesen Einsatz sehr gewürdigt. Die neue Pestalozzischule (heute Vier-Täler-Schule) wurde   im Dezember 1973    auf der Lied bezogen..

 

Auch das Verkehrshindernis durch die schienengebundene Kleinbahn musste gelöst werden. Der letzte Personenzug fuhr Mitte 1962 durch die Stadt.

 

Erinnert sei auch an den stetig steigenden Wohnraumbedarf. Durch den Zustrom von Vertriebenen und Flüchtlingen aus Ostdeutschland und den ehemaligen deutschen Ostgebieten herrschte noch bis Mitte der 60er Jahre Wohnungsmangel. Auf einer Veranstaltung der Jungen Union im März 1964 (ST 6.3.1964) wies Oberamtmann Hiekel daraufhin, dass seit 1950 rund 3.200 Wohnungen gebaut wurden und noch weitere 800 notwendig seien.

 

Auch Themen wie die Restaurierung der Burgruine Schwarzenberg, der Bau von Kinderspielplätzen, die Planung der Hochstraße in Eiringhausen, die Bildung eines Sportausschusses, der Wunsch nach einem Heimathaus, standen auf der Tagesordnung. Die Fusion des Landkreises Altena mit der Stadt Lüdenscheid wurde diskutiert. 

 

Veranstaltungen der Jungen Union fanden in den Anfangsjahren in der Regel im Cafe Gunkel, (heute „Plettenberger“), Wilhelmstraße, und im Cafe Hanebuth/Haßlinger, Kaiserstraße, statt.

 

In den ersten zwei  Jahren seit Gründung wurden 12 Veranstaltungen mit 266 Teilnehmern durchgeführt. Die Mitgliederzahl konnte verdoppelt werden.

 

Die Junge Union befasste sich nicht nur mit kommunalpolitischen Themen sondern auch mit Fragen der „großen“ Politik. Dazu muss man sich daran erinnern, dass die 60er Jahre geprägt waren vom Kalten Krieg, den Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Trauriger Höhepunkt war im Jahr 1961 der Bau der Berliner Mauer. Immer mehr Bürger kehrten der SED-Diktatur den Rücken und flüchteten in den freiheitlichen Westen. Die DDR-Machthaber reagierten mit dem Bau der Mauer am 13. August 1961

 

Für die Junge Union war ein herausragendes Ziel in dieser Zeit die Wiedervereinigung. So führte sie mehrfach Studienfahrten zur innerdeutschen Grenze und nach Berlin durch. In Ostberlin hatte man Gelegenheit, trotz permanenter Aufsicht durch die Volkspolizei, Gespräche mit Bürgern der DDR zu führen (Süderländer  und Westfalenpost 14. 5.1963).

 

Zu bundespolitischen Themen war regelmäßig der langjährige Bundestagsabgeordnete Dr. Manfred Luda zu Gast. Sein “Bericht  aus Bonn“ war jedes Jahr auf der Tagesordnung. Themen wie Mitbestimmung und Vermögensbildung gehörten ebenso zum Programm, wie auch Fragen der Außenpolitik  und die Einführung der Mehrwertsteuer im Jahre 1968. Die Einführung der Mehrwertsteuer geht ganz wesentlich auf die Initiative von Dr. Luda zurück. Weitere Themen waren die umstrittene aber notwendige Notstandsgesetzgebung und Fragen der Sicherheitspolitik.

 

Besonders nachhaltig und erschütternd zugleich war im März 1964 (Süderländer 17.3.1964) ein Vortrag des in der DDR zum Tode verurteilten und nach Jahren der Einzelhaft von der Bundesrepublik freigekauften Hermann-Josef Flade. Zum Tode verurteilt wegen Verteilen von Flugblättern, die sich kritisch mit der DDR-Diktatur auseinander setzen.

 

Scharf kritisierte die Junge Union  die Studentenunruhen in den 60er Jahren (Süderländer 20.4.1968). Ausgangspunkt der Unruhen war zunächst die Kritik am Hochschulsystem, im Laufe der Zeit dann der Kampf u.a. gegen die Notstandsgesetze, gegen die regierende große Koalition von CDU und SPD und gegen die demokratische Grundordnung. Während der normale Bürger seiner Arbeit nachging, weiteten sich die Unruhen aus bis zu Straßenschlachten, Sachbeschädigungen und Brandanschlägen in den großen deutschen Städten wie Berlin, Hamburg und Frankfurt. Aus dieser Bewegung entwickelte sich die Apo (außerparlamentarische Opposition) und später durch eine  radikale Minderheit die Terrororganisation RAF mit Entführungen und vielfachem Mord.

 

In den Anfangsjahren der Jungen Union waren  nach Dieter Buttgereit,  Klaus Ising (1963-1965), Rainer Hoffmann (1965-1969) und Klaus-Dieter Thomas (1969-1971), Ulrich Wolf (1972 - 1973) und Hans Müller (1973 - 1975)  Vorsitzende.  Auf Kreisebene stellte die Junge Union in den 60er Jahren  zwei Vorsitzende: Klaus Ising(1967 - 1969)  und Wolfgang Ising (1973 - 1975)

 

Die CDU profitierte vom Engagement der Mitglieder der Jungen Union. Im Rat der Stadt Plettenberg waren bzw. sind noch folgende ehemalige Mitglieder der Jungen Union: Dieter Buttgereit, Heiner Büchter, Konrad Hester, Heiko Hillert, Klaus Ising, Wolfgang Ising, Gerd Klaas, Birgit Langhammer, Ralf Schäfers, Dirk Thomee und Wolfgang Weyland,Herscheid.

 

Plettenberg, 1. Oktober 2011               Klaus Ising